Hochtour Hohe Tauern 3.-5.7.20 – Tourenleiterpremiere Philipp B.

Tourenleiter: Philipp Befurt

Teilnehmer: Lissy, Franz, Uli, Rudi, Andrea

 

 

 

 

 

 

Top organisiert, mit genauesten Anweisungen, wer wenn wann wo abholt und coronakonform per Email verteilt, startete Philipp seine Prämiere als Tourenleiter. Leider machte ihm ein Teilnehmer gleich zu Beginn der Tour einen Strich durch die Rechnung, indem er nicht am vereinbarten Treffpunkt auftauchte und somit die perfekte Zeitplanung zunichtemachte. Aber wir hatten ja Zeit, war doch für den Freitag nur ein ca. 3-stündiger Zustieg zur Schwarzenberghütte geplant. Nach einer gemütlichen Kaffeepause in Zell am See  machten wir uns bei feuchtem und nebligem Wetter ab Ferleiten auf den Weg und kamen genau rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen bzw. zu einem ersten Weißbier an der Hütte an. Während wir Teilnehmer gemütlich weitere Getränke konsumierten und ein Nachmittagsschläfchen einlegten, machte sich unser professioneller Guide zusammen mit Rudi auf den Weg, um die erste Schlüsselstelle der geplanten Tour auszukundschaften.

 

 

Am nächsten Tag machte sich dies bezahlt. Beunruhigt beobachteten wir von der Hütte aus zusammen mit dem Hüttenwirt wie eine Gruppe, die 2 Stunden vor uns gestartet war, den Durchstieg durch das erste Steilstück nicht fand und sehr viel Zeit verlor. Wir hingegen passierten die Stelle souverän. Allerdings gestaltete sich der weitere Anstieg äußerst anstrengend. Der eigentliche Weg war durch den vielen Schnee auf rutschigen Platten unpassierbar, sodass wir uns durch Schutt und loses Geröll mühevoll zu den Bratschenköpfen hochkämpften.

 

 

 

Am Gipfel angekommen waren wir uns schnell einig, den ursprünglichen Plan noch das große Wiesbachhorn zu besteigen ad acta zu legen. Nicht minder anstrengend überquerten wir bei jedem 2. Schritt knietief in den Schnee einsinkend den Kaindlkees und stiegen über den Kaindlgrat zum Heinrich-Schwaiger-Haus ab.

 

Leider ist die Hütte dieses Jahr coronabedingt geschlossen. Philipp hatte aber den Schlüssel von der Hüttenwirtin organisiert. Nach den aufgetragenen Aufgaben und Reparaturen die wir im Auftrag durchführen sollten, zauberten unsere Köche ein leckeres Abendessen.


 

 


 

Als nächstes standen eine Feedbackrunde und die Planung für den nächsten Tag an. Wir mussten die schwierige Entscheidung treffen, ob wir – trotz voraussichtlich ähnlich schneereicher Bedingungen wie am Vortag - wie geplant über Klockerin zur Gruberscharte und zurück zur Schwarzenberghütte gehen oder zum Mooserboden absteigen, um dann mit Bus und Taxi zurück nach Ferleiten zurückzufahren. Philipps oberste und unumstößliche Prämisse in seiner ersten Tour als Tourenleiter war die Gruppe keinesfalls zu splitten, sodass wir uns letztendlich dazu durchrangen, alle gemeinsam ins Tal abzusteigen.

 

Damit standeinem feuchtfröhlichen Abend nichts mehr im Wege. Pflichtbewusst erledigten wir den Auftrag der Hüttenwirtin, alle Getränke zu vernichten, deren Ablaufdatum nicht bis in die nächste Saison reicht.

Tags darauf starteten wir – der eine oder andere mit leichten Kopfschmerzen – den unschwierigen Abstieg ins Tal. Fast unten angekommen stellte eine Teilnehmerin fest, dass sie ihr Handy auf der Hütte vergessen hatte. Ihr blieb nichts anderes übrig als gut 600hm wieder aufzusteigen. Während ein Teil der Gruppe im Tal wartete, holten die anderen die Autos aus dem Nachbartal.

Somit warfen wir Philipps oberste Prämisse über den Haufen, der absolute worst case war eingetreten, seine Schäfchen waren über 1 Berg und 2 Täler verteilt. Gott sei Dank trafen wir uns bald wieder heil und unversehrt im Gasthaus Kesselfall, in dem wir uns bei einem gemeinsamen Essen stärkten, bevor wir die Heimreise antraten.

Lieber Philipp, obwohl wir alle die technischen und konditionellen Anforderungen der Tour erfüllten, haben wir dir deine Premiere nicht ganz leicht gemacht. Dennoch hast du alle kniffeligen Situationen und Herausforderungen souverän gelöst. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, mach weiter so!