Grundkurs Klettersteig Stubai
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Die Nachfrage zur Teilnahme am Grundkurs „Begehen von Klettersteigen“ übertraf alle Erwartungen. Doch spiegelt sich auch hier der Trend wieder, den man auch in dieser Spielart von Alpinismus feststellt, dass immer mehr Klettersteige wie Pilze aus dem Boden sprießen. Der Unterschied jedoch von den klassischen alpinen Steigen aus der Vergangenheit zu den heute meist talnahen, in kurzer Zeit erreichbaren Steigen, liegt deutlich im Schwierigkeitsgrad. |
Also startete eine Gruppe von 9 Teilnehmern und ihrem Ausbilder Richtung Stubaital, um dort ihre ersten Erfahrungen mit Ausrüstung, Klettertechnik, Schwierigkeitsgrade und sonstigen Gegebenheiten des Klettersteiggehens zu machen. Von Fulpmes aus nutzten wir die Kreuzjochbahn um zum selbig genannten Kreuzjoch zu gelangen. Hier erreicht man in ca. 30 Minuten die Übungsklettersteige am Kreuzjoch. Im Rahmen eines Alpinerlebnispark kann man hier sämtliche Variationen und Schwierigkeitsgrade von Klettersteigen begehen. Jedoch galt es erst die schon in der Vorbesprechung vermittelte Theorie des Anseilens, Partnercheck, Knoten, Tourenplanung usw. in die Praxis umzusetzen, bevor wir in die Routen einstiegen. Dann galt es so zu sagen das Stahlseil in die Hand zu nehmen und die erste Tuchfühlung mit Stahl und Fels zu machen.
Ab- wie Aufstieg, Sichern, Klettertechnik, Überholen von Personen wann und wie wurde intensiv geübt. Nach der verdienten Mittagspause beschäftigten wir uns mit dem Thema Kinder in Klettersteige und behelfsmäßige Rettung oder Unterstützung von Personen. Zum Schluss stellten wir uns der Herausforderung eines C- D Klettersteigs und der ein oder andere musste schon sein ganzes Irxenschmalz einsetzten diese Stellen zu meistern. Gott sei dank, dass diese Übungssteige nicht länger wie max. 20 Minuten sind.
Wie hinauf so auch abwärts schwebte die Gruppe mit der Seilbahn. Im Tal angekommen galt es den Rucksack umzupacken, da wir noch nach Neustift wollten um dort mit der Elferbahn zur Elferhütte zu fahren. Dort wollten wir unser Nachtquartier einrichten um am Sonntag den Elfer Klettersteig zu begehen. Von der Bergstation der Bahn erreicht man gemütlich in 40 Minuten die Elferhütte. Charme lässt sowohl die Hütte, wie auch der Wirt vermissen, aber der Zweck heiligt die Mittel. Wohl eher für den Winterskibetrieb eingerichtet liegt die Elferhütte neben einer Piste. Von dort starten im Sommer die Paraglider und viele Tagesgäste genießen, den Stubaier Panoramaweg und den wirklich tollen Blick ins Tal, zu den Gletschern und Richtung Süden zu den Tribulaunen. Diese waren aber dick durch eine Föhnwalze verhüllt und wir hofften, dass dieser Föhneinfluss noch bis Sonntag Nachmittag halten würde.
Um 8.30 Uhr brachen wir am Sonntag Richtung der Zwölferniedernscharte auf. Ein heftiger Föhnsturm begleitete die Gruppe. Am Grat zum Einstieg musste man schon aufpassen um nicht von einer Boe umgeblasen zu werden. Mit der Hoffnung, dass der Wetterbericht Recht hat und der Regen erst am späten Nachmittag aufziehen sollte, wagten wir den Einstieg in den Klettersteig. Die Option über den Notausstieg abzubrechen trug auch mit zur Entscheidung bei den Versuch anzugehen. Der Föhnwind war unser steter Begleiter auf dem Weg durch das Felsenlabyrinth des Elfermassivs. Türmchen rauf, Türmchen runter, Spalte durch , Kamin hinauf, so schlängelten sich 10 Klettersteigler durch die Felsszenerie.
Nach ca. 3 Stunden machten wir am Notausstieg Pause. Bis dahin keine gravierende Wetteränderung. Aber vom Westen her wurden die Wolken dunkler. Vor uns lag deutlich sichtbar ein langer Kaminaufstieg zum Gipfel und außerdem noch zwei Stellen C im Abstieg zur Elferhütte. Nach Rücksprache mit zwei Begehern die uns entgegen kamen und Fitnesscheck unserer beiden Jüngsten, entschieden wir doch den Gipfel zu erklimmen. Ca. eine halbe Stunden nach Aufbruch von unserem Rastplatz konnten wir die Gipfelstatue in Beschlag nehmen. Über den Normalweg stiegen wir vom Elferkogel ab ins Tal und verzichteten so auf die beiden Abstiegsstellen im Klettersteig. Da es leicht zu nieseln begann musste man auch hier konzentriert im steilen Wiesen- Felsgelände absteigen, zu einem um nicht selber auszugleiten, zum anderen um keine Steine auf die Wanderer unter uns zu werfen. An der Elferhütte angelangt, und nach kurzer Rast strebten wir der Elfergondel zu um die Heimfahrt anzutreten.
Ein lehrreiches Wochenende mit einer tollen Gruppe und zum Bergsteigen angenehmes Wetter, wenn auch für den Juli etwas zu kalt neigte sich dem Ende zu.
